Ratgeber
Polyester, Multifilament oder Naturdarm?
Die Saite entscheidet mehr über das Spielgefühl als der Rahmen. Drei Materialien decken praktisch alles ab – sie unterscheiden sich weniger in der Qualität als im Charakter.
Polyester – die Kontrollsaite
Ein Monofilament, also ein einzelner Strang. Gibt von sich aus wenig Energie zurück. Das klingt nach einem Nachteil und ist der eigentliche Zweck: Du kannst voll durchziehen, ohne dass der Ball hinten rausfliegt. Spin hält sie aus wie kein anderes Material.
Der Preis dafür ist Härte. Polyester ist die unnachgiebigste Wahl und verliert zudem am schnellsten Spannung – nach ein paar Wochen ist sie eine andere Saite als am ersten Tag. Für Spieler mit Armproblemen ist sie in reiner Form selten die richtige Antwort.
Multifilament – die komfortable
Hunderte feine Fasern, verdrillt und ummantelt. Kommt dem Spielgefühl von Naturdarm am nächsten: weich, ballfreundlich, schonend für Arm und Schulter.
Sie gibt mehr Eigenpower zurück, was für viele Freizeitspieler genau richtig ist – und für harte Durchzieher zu viel. Sie franst irgendwann sichtbar aus, bevor sie reißt; das ist normal und ein ehrliches Vorwarnsignal.
Naturdarm – die beste und die teuerste
Spielt sich unerreicht: hoher Komfort, hohe Spannungsstabilität, sehr gutes Ballgefühl. Wird auf der Tour bis heute gespielt, meist im Hybrid.
Zwei Nachteile: der Preis, und die Empfindlichkeit gegen Nässe. Für den wöchentlichen Vereinsabend im Freien ist sie selten die vernünftige Wahl.
Hybrid – das Beste aus zwei Welten
Längs und quer verschiedene Saiten. Üblich: Polyester längs für die Kontrolle, Multifilament oder Darm quer für den Komfort. So bekommt man einen Teil der Kontrolle, ohne den Arm voll zu belasten.
Das ist die Standardantwort für alle, die mit reinem Polyester Probleme bekommen, aber nicht auf Kontrolle verzichten wollen.